Grün.

Passend zum Blogsommerloch gibt es von mir mal etwas Häusliches und Leichtes. Und zwar Grüne Soße.  Viele FrankfurterInnen setzen sich in der Saison ein- bis mehrmals der etwas aufwendigen Zubereitung aus. Es lohnt sich, denn die Soße ist lecker und sommerlich. Und gesund, nehm ich mal an (und schmeckt in der Regel auch Leuten von Außerhalb, nicht so wie der hessische Apfelwein). Da andernorts die Grüne Soße viel zu unbekannt ist, ist dies also auch ein Promotion-Post (aber nicht gesponsort).

 

So sieht das Päckchen nach dem Auspacken aus: ganz viele Kräuter. Grüne Soße ist, wie der Name schon sagt, sehr grün. Die Beschaffung in Frankfurt ist leicht, anderswo sicher etwas schwieriger. Zur Not selbst zusammenstellen, was im Fall von Borretsch oder Pimpinelle sicher nicht so einfach ist. Auf keinen Fall jedoch Dill verwenden. Ich hab mir sagen lassen, Berliner könnten Grüne Soße auf dem Markt am Winterfeldtplatz erwerben.

 


Die Kräuter werden abgestielt (falls nötig), Altes und Welkes aussortiert, alles gewaschen und mit Hingabe trocken geschleudert. Es geht sicher auch nur mit einem Sieb und Abtropfen lassen, aber ich bin immer für die Spezialgerätschaft.

 

 

 

Raus kommt ein riesiger Haufen gewaschener Kräuter.

 

 

 

 

 

Bei der Zerkleinerung scheiden sich die Geister. Die hessische Hausfrau verwendete vermutlich ein klassisches Wiegemesser. Damit gehts sicher gut und lustig, hier hab ich allerdings eine Ausstattungslücke. Auch beim Grad der Zerkleinerung gibt es unterschiedliche Geschmäcker, ich mag’s fein, daher hacke ich mit dem großen Messer vor und lasse ansonsten ein weiteres Gerät für mich arbeiten. Es kann aber ein bißchen dauern!

 

Irgendwann sollte das so aussehen: deutlich weniger, aber immer noch sehr grün.

 

 

 

 

 

Zitronensaft dazu (von 1/2 – 1 Zitrone). Nicht zu viel, denn der Sauerampfer macht auch schon recht sauer.

 

 

 

 

 

 

Damit das ganze nun eine Grüne Soße wird, kommt Milchprodukt hinzu. Auch hier gibt’s unterschiedliche Varianten. Ganz falsch finde ich Quark und/oder purer Joghurt, das ist soll ja kein Kräuterquark. Richtig ist Saure Sahne oder Schmand, damit es etwas frischer ist tat ich noch etwas Joghurt dazu. Nächster Streitpunkt: Majonaise. Ich sage: ein Esslöffel auf jeden Fall. Dämpft die Säure. Und ein bißchen Senf. Pfeffer, Salz.

 

Farblich gehört das dann in etwa so. Die Appetitlichkeit ist wie bei vielen Traditionsgerichten wohl Ansichtssache.

 

 

 

 

 

Und das kommt dazu: gekochte Kartoffeln, gekochte Eier (manche zerhacken die Eier auch und tun sie direkt rein. Ich sage: Pfui!). Traditionell ist gekochtes Fleisch (Tafelspitz), seit neuestem in Frankfurter Lokalen auch Schnitzel, ich hab hier die vegetarische Variante. Die Sauße sieht leider etwas wie drübergekotzt aus – ich war so hungrig, da ging mir der Blick für die Ästethik ab.

Hier könnt ihr euch jetzt noch einen nachdenklichen Teil zu kulinarischen Traditionen und modernern Heimatbegriffen denken. Ich werde unterdessen was essen.

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3 Antworten zu “Grün.

  1. Das ist so so gut!

  2. gna. die hälfte vergessen.
    dieser wunderbare klassiker lässt sich auch hervorragend mit spanischem essen verbinden, zu tortilla, kanarischen kartoffeln und neben der grünen soße noch eine rote mojo dazu: himmlisch.
    gekochte eier dagegen finde ich ganz fürchterlich, sowohl in als auch zu der sauce. das ist aber natürlich eine persönlcihe aversion.

    • Diese Aversion teilen einige, glaub ich 🙂
      Mit Ei ist halt die in Frankfurt ganz „klassische“ Variante – aber mit Tortilla o.ä. kann ich es mir auch sehr gut vorstellen. Oder Bratkartoffeln. Oder…

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