Das Klo und der Papst.

(Quelle: Huffington Post)

Als ich vor Jahren mit meiner Schwester zusammenwohnte, bekam sie von einem befreundeten schwulen Pärchen einen Kalender zu Weihnachten geschenkt. Der hing fortan bei uns auf dem Klo, das wir „Männerklo“ getauft hatten und mit allerlei Bildern hübscher Männer vollgehängt. Da passte der Kalender gut hin: er war auch voller hübscher Männer, noch dazu in Priesterkluft. Der reine Fetisch! Erst nach einer Weile fand ich heraus, dass er keineswegs aus einem humorvollen Verlag für Homoerotisches stammte, sondern in Rom fotografiert und produziert und rund um den Vatikan verkauft wird. Es handelte sich um den „Calendario Romano“, der Priester und Seminaristen vor Gebäuden des Vatikans zeigt und zudem über den Kirchenstaat und Rom informieren will. An Informationen erinnere ich mich freilich nicht – wer würde sich da auch für was anderes als die Bilder interessieren? Laut den spärlichen Infos, die ich über Google finden konnte, meint der Fotograf Piero Pazzi das auch (vorgeblich?) ganz ernst. Der Kalender hätte gar nichts mit Erotik zu tun, und sei einzig als Souvenir für Rom-Urlauber gedacht – mit Infos und so. Jaja. Aber zumindest wird versichert: bei allen Abgebildeten handle es sich tatsächlich um katholische Geistliche.

Ob das so ist – wer weiß. Ich jedenfalls musste anlässlich der Papstbesuchs-Berichterstattung wieder an die sexy Priester denken, die mal auf meinem Klo hingen. Und was für ein adrettes Bild von Doppelmoral sie abgaben. Leider kann ich nicht in Berlin sein, um den Papst mit zu, äh, begrüßen. Aber ich verlasse mich darauf, dass sich morgen genug Begeisterte finden!

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Eine Antwort zu “Das Klo und der Papst.

  1. Sehr reizende Bilder, das muss ich schon sagen. Und die Toilette ist auch ein angemessener Ort.
    Es ist wohl auch die Doppelmoral, die die katholische Kirche diese Kalender herausgeben lässt. Ich nehme an, die Bilder haben heterosexuelle Frauen als Zielgruppe. Und junge Männer, die sich von diesen Bilder dazu animiert fühlen, in die Seminare einzutreten. Dass dabei gerade die Sexualität der Zielgruppen tabu ist, ist ein interessanter Widerspruch. Und es ist ja nicht so, dass die Kirche Erotik nicht zu nutzen gewusst hat, um sie auch gleich zu verdammen. Wer so scharf auf die Darstellung von Martyrien ist, ist sehr körperfixiert. Einige dieser seligen Heiligen in den Kirchen sehen schon sehr irdisch aus.

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