Monatsarchiv: Dezember 2011

Das erste Mal: einen Jahresrückblick schreiben. Sort of.

Huch! Das Jahr ist rum. Und was für ein Jahr das war. Voller erster Male. Eine unrepräsentative Auswahl:

  • Was ich 2011 zum ersten Mal gemacht habe: einen Job gekündigt, einen Sprinter gefahren, Interviews vor Publikum geführt (auf deutsch und englisch!).
  • Wo ich 2011 zum ersten Mal war: Barcelona, Genf, re:publica, Berlinale (endlich!), Slutwalk, Arbeitsamt.
  • Was ich 2011 gelernt habe: Absagen zu bekommen, Abzuwarten, Aufzubrechen, Abschied zu nehmen (überhaupt vieles mit „A“), zu Sparen und Sprinter zu fahren.

Für 2012 scheint mir das eine solide Basis zu sein. Für viele weitere erste Male. Die sind nämlich, abgesehen von gelegentlichen Gefühlen von Lächerlichkeit und Verzweiflung Frustration, eine ziemlich spannende Sache. Daher wünsche ich Euch auch viele erste Male für das nächste Jahr*: zunächst mal, unbeschadet und auf die bestmögliche Weise zum ersten Mal 2012 zu haben. Und dann sehen wir weiter!

*(oder auch zweite, dritte und vierte Male – von allem, was gut tut)

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Fest der Liebe, Lall und Lüll.

Wollte gerade mit der Weihnachtskocherei beginnen. Zutaten stehen bereit. Mutter schnuppert am Portwein, sagt: das hier ist der Portwein. Ich schnuppere: Mhmmm! Da kann ich ja schon mal einen Schluck nebenbei… Mutter kramt mir darauf ein Gedicht raus. Dies erfreute mich so, dass ich die Kocherei kurz aufschiebe und dies flink hier notiere. Denn Weihnachten begegnet Mensch bekanntlich am besten mit, genau, Humor. Und vielleicht ein bißchen Wein.
In diesem Sinne wünsche ich: köstliche Weihnachten! Ich gehe dann mal kosten, also, ich mein, kochen.

Fritz Eckenga
Der Wein war ein Gedicht

Kartoffeln schälen,
Möhren schaben,
Derweil schon sich am Weißen laben.
Fisch beträufeln
Und gelassen
Den Roten abseits atmen lassen.

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Jahresrückblick zum Thema Gleichstellungs- und Familienpolitik in weniger als 4 Sekunden!

Es ist die wieder die besinnliche Zeit der Jahresrückblicke, des Wahnsinns und der Albernheiten. Frohes Fest!

Dekoration separat erhältlich.

  

Küchen Keie! Dein 20-Jahre-Jubiläumsplakat ziert eine recht junge Dame, die ihrer Kleidung nach zu urteilen gerade auf dem Weg zu ihrem Abschlussball ist. In einer Küche läuft sie also vor allem Gefahr, sich das Kleid zu ruinieren (auch sieht eure Küche nicht so aus, als fände da gerade eine Party statt). Eine Küche hat sie, ihrem Alter nach zu urteilen, vermutlich auch noch nie gekauft. Zu euren Kunden (die, die wissen warum) zählt sie demnach eher nicht. Hätte sie das Geld für eine eurer Küchen – ich wage zu behaupten, dass sie es, je nach Gusto, eher fürs Backpacken durch Südostasien oder eine Prada-Handtasche auf den Kopf hauen würde. Es bleibt also die Frage: was treibt sie da auf eurem Plakat?

Ähnliches muss ich mich beim „Main-Taunus-Zentrum“ fragen, wird doch dessen Neueröffnung von einer ähnlich schick gewandeten Dame flankiert. Sie geht vielleicht zu einer Salsa-Party, aber eher nicht ins Shopping-Center. Dort könnte sie dieses festliche Outfit zwar ohne weiteres erwerben. Ob das als Werbekonzept aber so durchdacht ist? Denn erwerben könnte sie dort (immerhin „Hessens größtes Shopping-Center“) sicher auch Waffeleisen, Squash-Schläger, Hundeleckerlis und externe Festplatten.

Also, ihr Möbel- und Küchenfachgeschäfte, Elekromärkte, Einkaufscenter und lokale Radiosender. Was ist das immer mit den Mädchen in Ballkleidern? Raffinierte, kluge Werbestrategien sind jedenfalls nicht euer Begehr. Ob das nun eine Geldfrage ist, schlechte Beratung oder ob ihr es tatsächlich für eine total schicke Idee haltet – jedenfalls zieren eure Jubiläums-, Sonderangebots-, Neu- oder Wiedereröffnungsplakate nur zu gerne eine junge Dame in festlichem Outfit. Eine inhaltliche Verbindung zu Produkt, Haus oder Marke herzustellen ist dabei eine überflüssige Mühe, was den Models einwandfrei eine reine Dekofunktion zuweist. Hat ja auch Tradition, irgendwie, und wird in manchen Kontexten auch gerne live zelebriert. Als vordergründige Verbindung genügt die Konnotation „festlich“ und „besondere Gelegenheit“ = Mädchen in festlicher Gewandung. Und wir sind ja auch so schön daran gewöhnt.

Einfach schlechte Werbung, nicht der Rede wert? Naja. Mich wundert jedenfalls nicht, dass auf der immerwährenden ToDo-Liste im Unterbewusstsein vieler Mädchen und Frauen der Punkt „eine Zierde sein“ oft ziemlich weit oben steht.