Archiv der Kategorie: Heldinnen und Helden

Fest der Liebe, Lall und Lüll.

Wollte gerade mit der Weihnachtskocherei beginnen. Zutaten stehen bereit. Mutter schnuppert am Portwein, sagt: das hier ist der Portwein. Ich schnuppere: Mhmmm! Da kann ich ja schon mal einen Schluck nebenbei… Mutter kramt mir darauf ein Gedicht raus. Dies erfreute mich so, dass ich die Kocherei kurz aufschiebe und dies flink hier notiere. Denn Weihnachten begegnet Mensch bekanntlich am besten mit, genau, Humor. Und vielleicht ein bißchen Wein.
In diesem Sinne wünsche ich: köstliche Weihnachten! Ich gehe dann mal kosten, also, ich mein, kochen.

Fritz Eckenga
Der Wein war ein Gedicht

Kartoffeln schälen,
Möhren schaben,
Derweil schon sich am Weißen laben.
Fisch beträufeln
Und gelassen
Den Roten abseits atmen lassen.

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Dieses schöne Unbehagen.

Hier jetzt auch noch.

Charlotte Roche soll auf der Buchmesse omnipräsent gewesen sein, mir ist sie leider nicht begegnet. Auch das Rundum-Sorglos-Paket der SPIEGEL-Berichterstattung zu ihrem neuen Buch habe ich nicht verfolgt. Schaulustige, die ich bin, las ich allerdings den „Hallo Charlotte“-Brief von Alice Schwarzer. Drauf  wurde ich dann auch aufs Buch neugierig. Zu dem wurde nun schon alles vorwärts und rückwärts diskutiert – ich bin spät dran. In Unkenntnis der meisten Feuilleton-Artikel sind meine Gedanken aber noch einigermaßen unverstellt. „Feuchtgebiete“ fand ich gar nicht so schlecht: Literarisch nur lala, aber diese Wonne, mit der Roche den Finger genau dahin legt, wo es eklig wird und alle „Iieh“ und „Äähh“ schreien. Trotzdem habe ich mich damals gewundert (allerdings nur ein bißchen), dass vor allem über Analrasur, Avocadokern-Dildos und Menstruationsblut geschrieben wurde, während es doch eigentlich um eine junge Frau geht, die über die Trennung der Eltern und einen traumatischen Selbstmordversuch der Mutter nicht hinwegkommt.

Dieser Selbstmordversuch, bei dem die Mutter auch den kleineren Bruder gleich mit zu töten versucht, wird auch in „Schoßgebete“ erwähnt – nur einmal, unauffällig reingeschmuggelt, geht es doch um noch viel katastrophalere Traumata. Die liegen als derartig dunkler Schatten über dem Buch, dass ich mich schon frage, wie Frau Schwarzer zu ihrem Brieflein kommt. Diese Ebene des Buches, die Beschreibung des Unfalltodes der drei jüngeren Brüder, das Elend, in das er eine Familie stürzt, der fast nicht auszuhaltende Wahnsinn einer solchen Erfahrung – scheint an Schwarzer recht vorbeizugehen. Davon abgesehen, dass sie keinerlei Unterschied zwischen Romanfigur und Autorin macht, ist auch bemerkenswert, was sie alles auslässt. Und was sie so rauspickt – lauter Schwarzer-Köder: Bordellbesuch! Brasilianische Prostituierte! Heizdeckensex! Übermütter! Ach ja.

„Schoßgebete“ funktioniert im Prinzip ähnlich wie „Feuchtgebiete“: es gibt eine sehr persönliche Erzählebene, und eine, die eher Allgemeines, Provokatives verhandelt. Auf mehr oder weniger brachiale Weise werden bei Roche Vorstellungen und Muster in Frage gestellt – sei es nun zu Körpergefühlen und Hygiene (in Feuchtgebiete) oder zu, so hab ich es jedenfalls gelesen, Familienleben, Monogamie und ehelichem Sex, wie und ob dies alles funktioniert. Das formt eine Art provokative Kruste, die gegen Ende zwar etwas redundant und langatmig ist, aber mit netten Spitzen gespickt. („Alice Schwarzer sitzt immer beim Sex zwischen mir und meinem Mann und flüstert mir ins Ohr: ‚Ja, Elizabeth, das denkst du nur, dass du jetzt einen vaginalen Orgasmus hast, das bildest du dir nur ein, um dich deinem Mann und seinem Machtschwanz zu unterwerfen.'“ Find ich ja ganz lustig.) Wie Frau S. nun aber Angst haben kann, dass Roches Leserinnen dies als „Rezept“ verstehen könnten, bleibt ein Rätsel, ist doch die Überspitzung und Ironie offensichtlich. Ebenso wie die unter dieser Kruste liegende Geschichte, die traurig, traumatisch, fürchterlich ist. Die jeden Gedanken bestimmt, den die Romanfigur Elizabeth zur Erhaltung (und Zerstörung) ihrer Selbst und ihrer Familie hat. Hierin finde ich die stärksten Passagen des Buches, die zu lesen bisweilen weh tut (dazu und auch zum Thema Tabubruch in Schoßgebete interessant: der Text von Kadda im Freitag). Wie sie präzise bestimmte Gefühle seziert mag jahrelanger Therapieerfahrung geschuldet sein – nachvollziehen kann sie vermutlich auch, wer deutlich weniger katastrophale Schicksalsschläge kennengelernt hat.

„Immer in einer Sonderstellung. Wie eine Heilige. Alle sollen denken: Ich beiße mich durch. Ich lasse mich nicht unterkriegen. Ich gebe nicht auf, und dafür werde ich bewundert. Es ist auch wirklich schön, bis heute, so wei ein Überwesen bemitleidet zu werden, sodass ich mich auch schon ein bisschen freue, irgendwann mein Kind zu betrauern und meinen Mann.“

In Schicksalsschlägen und schmerzhaften Veränderungen kann eben auch ein Moment der Erhebung liegen: Gezeichnet, herausgehoben zu sein. Es überstanden und ausgehalten zu haben. Traumatisiert zu sein, vielleicht, aber eben auch besonders. Ein schambehaftetes, paradoxes, verbotenes Gefühl: die Sucht nach Mitleid. Ein schönes Gefühl inmitten von schlimmen. Wie Roche dies beschreibt, ist faszinierend und erschütterend: wie ein Blick in den Abgrund.

Ob manche Leser_innen diesen Blick nicht wagen wollen oder keine solchen Abgründe besitzen (bzw. dies meinen), darüber zu spekulieren ist müßig. Ich hoffe jedenfalls, Charlotte Roche steckt auch in Zukunft ihre Finger in die richtig dunklen Stellen. Sie vermag so ein grundsätzliches Unbehagen auszulösen. Das gefällt mir schon allein, weil sie damit Kritiker_innen aus der Reserve lockt, die versuchen, die Unbehaglichkeit mit Herablassung herunterzuspielen und zu bändigen (und dabei selbst ganz schön durchsichtig werden).

Lieblingsstreberinnen

Yoko Tsuno Jadzia Dax
Quelle: persephonemagazine.com, en.memory-alpha.org

Seit es das MISSY MAGAZINE gibt, habe ich eine Lieblingsrubrik (die trägt das sogar schon im Namen) – die „Lieblingsstreberinnen“. In jedem Heft gibt es eine Hommage an eine Mädchen- oder Frauenfigur aus der Popkultur, die durch Wissensdurst, Intellekt, Schlagfertigkeit und insgesamte Großartigkeit begeistert. Das reicht von kleinen, schlauen Streberinnen wie der Biene Maja, scharfzüngigen Ikonen der Strebsamkeit wie Paris Geller (Gilmore Girls) oder Jadzia Dax (Deep Space 9) bis hin zu Comic-Heldinnen wie dem Universalgenie Yoko Tsuno (ihr gehört seit 20 Jahren meine gleichbleibende Verehrung). Besonders begeistert mich, dass dabei fiktionalen Charakteren gehuldigt wird, die sowohl unterhaltsam als auch tolle Vorbilder waren und sind. Porträts wie diese werden oft nur realen Personen gewidmet. Angesichts der großen Rolle, die Heldinnen (und Helden) aus Serien, Filmen, Büchern und Comics gerade in Kindheit und Jugend spielen, erscheint es mir aber fast genauso wichtig, jenen zu huldigen. Insbesondere, wenn es sich um komplexe, schlaue, humorvolle Charaktere handelt, die ihrem Publikum aufzeigen, dass Neugier und Wissen nicht unmädchenhaft sind, sondern schlagfertig, abenteuerlustig und cool machen. Und damit auch noch das Label der Streberin positiv umcodiert, mit dem weiblicher Wissensdurst verunglimpft wird. (Dies gilt für den Streber natürlich genauso. Allerdings wird der, v.a. als Nerd oder Geek, schon länger in popkulturellen Zusammenhängen thematisiert und auch aufgewertet als der weibliche).

Blossom Amy Farrah Fowler Mayim Bialik
Quelle: sablog.de, philly.com, bigbangtheory.wikia.com

Vor kurzem ist mir nun eine Streberin untergekommen, auf die dieses Label gleich in mehrerer Hinsicht zutrifft. Der Name Mayim Bialik dürfte erstmal den Wenigsten etwas sagen. Dabei ist sie als Schauspielerin schon lange im Geschäft: als Teeniestar verkörperte sie in der 90er Jahre-Serie „Blossom“ fünf Staffeln lang den titelgebenden Teenager. Blossom ist sehr intelligent und fantasievoll, was ihr hilft, den etwas schwierigen Familienalltag mit alleinerziehendem Vater (!) und zwei Brüdern zu meistern. (Die Serie lief auch in Deutschland, aber nicht so präsent (und oft wiederholt) wie andere – leider kenne ich sie daher nicht so gut). Aktuell ist Bialik wieder als Streberin im TV zu sehen: als hochintelligente Neurobiologin Dr. Amy Farrah Fowler in „The Big Bang Theory“ zeigt sie, dass auch Frauen furchtbar verkopfte, liebenswerte Nerds sein können. Als Kind-of-Love-Interest von Sheldon Cooper eingeführt, hat sie sich mit ihrem mal nüchternen, mal unbeholfenen und manchmal herrlich zynischen Blick auf das Zwischenmenschliche schnell als eigenständige Figur etabliert und ein gutes Gegengewicht zu den männlichen Science-Nerds geschaffen.

Neben diesen zwei TV-Heldinnen ist Bialik aber auch eine „echte“ Lieblingsstreberin: denn die Zeit zwischen Blossom und Amy verbrachte sie nicht eben hollywoodtypisch. Neben Rollen hier und da ging sie zur Uni und machte (noch vor „Amy“) einen Doktor in Neurowissenschaften. Andere hätten sich vielleicht die wenig Starlet-taugliche Nase operieren lassen, Diät gemacht und Rollen gejagt. Sie ging lernen, wurde umweltbewegte Mama und Wissenschaftlerin und spielt jetzt trotzdem wieder in einer international erfolgreichen Serie mit. Für mich ist sie damit eine Lieblingsstreberin im besten Sinne – und auch erwähnenswert, weil am 07.10. „Ada Lovelace Day“ ist, den Frauen in der Wissenschaft gewidmet. Mehr dazu erfahrt ihr z.B. bei hanhaiwen auf „Drop the thought“ – und hoffentlich noch mehr dazu lesen wir dann am 07.10.!

„Ich bin so verwirrt.“

Dieser Satz ging mir heute den ganzen Tag im Kopf rum, dabei bin ich eigentlich nicht wirklich verwirrt. (Es ist auch keine Analogie zu „Wired“, von deren Erscheinen auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt ja heute das Netz summte. Der Frust über die Beilegersituation war bei mir aber bislang größer als die Neugier, daher warte ich, bis ein iPad vom Himmel fällt. Wie lang kann sowas schon dauern?). Nein, ich bin weniger verwirrt als ein bißchen ratlos, weil mir nur wenig so bizarr und künstlich vorkommt wie so genannte Bewerbungsanschreiben zu schreiben („Seien sie der Schlüssel zum Schloss!“, „gewissenhafte Vorbereitung!“, „es kommt auf die gelunge Darstellung und Überzeugungsarbeit an!“ – Ach?). Es lässt sich momentan aber leider nicht verhindern. Der Satz „Ich bin so verwirrt.“ kommt mir daher des öfteren in den Sinn – dabei handelt es sich (zumindest bei mir) um ein Filmzitat aus dem Film Mondsüchtig (1987), den ich offenbar schon öfter gesehen habe als ich dachte. In dem geht es zwar um Liebe und nicht um Jobsuche, aber das Leben kann halt an vielen Fronten verwirrend sein. Wie schön, dass es Filmzitate gibt, die einen dabei trösten.

(Spoilerwarnung)

Something about parents.

tumblr-Fotoblogs, die sich einem einzigen speziellen Thema widmen, gehören bisweilen zum Lustigsten, Subtilsten und Entlarvendsten, was Menschen dieser Tage so ins Netz stellen. Die Wiederholung eines bestimmten Bildmotivs in allerlei Variationen entfaltet in meinem Augen oft mehr Aussagekraft als manche kulturwissenschaftliche Abschlussarbeit oder journalistische Reportage.

Einer meiner Lieblinge ist „My parents were awesome“. Dort werden Bilder von Eltern und Großeltern gezeigt, als sie jung und cool waren, eingereicht von Menschen rund um den Globus. Was auf den ersten Blick aussieht wie eine etwas kitschige Liebeserklärung an die eigenen Eltern, ist aber eigentlich eher bittersüss (oder je nach dem: ziemlich bitter). Denn ein solcher Moment, in dem die Eltern jung, glücklich und ausgelassen waren, geht ja Hand in Hand mit der Frage, wieviel davon wohl heute noch übrig ist. Welche Paare sich womöglich nicht mal mehr zusammen in einem Haus aufhalten wollen, geschweige denn zusammen auf einem Foto. Und wieviele Menschen oft genug doch nicht so glücklich waren. Aber, egal was war oder was wurde, in dem Moment sah alles richtig gut aus. All das, was im Laufe eines (Familien-)Lebens verloren gehen kann, ist in den Fotos als Möglichkeit erkennbar. Und nach der sehnen sich vermutlich viele.

Dieses Foto entstand Silvester 1967.
Just awesome.

 

Kindheit O.S.T.

Neulich las ich die Besprechung eines Konzerts von Cat Stevens Yusuf Islam. Mir war bis zu dieser Lektüre gar nicht bewusst, dass er nach seiner Konvertierung zum Islam der Musik fast 20 Jahre entsagt hat und sich der Gitarrenmusik à la Cat Stevens erst wieder seit ein paar Jahren widmet. Aber darum soll es jetzt nicht gehen. Was mich beim Lesen der Rezension unwillkürlich faszinierte, war die schnöde Aufzählung der gespielten Titel (vornehmlich aus den Cat Stevens-Zeiten vor 1978), denn zu jedem Titel startete in meinem Kopf einige passende Songzeilen. Natürlich kann irgendwie jeder Fetzen aus „Father and Son“, „Morning has broken“ oder „Wild World“ mitsingen. Meine Erinnerung holte aber kettenreaktionsartig auch viele Lieder hervor, die noch nicht von irischen Knödelbarden gecovert wurden oder zum Standardrepertoire jeder Pubkaraoke gehören.

Ich weiß natürlich, woher das kam: Meine Mutter hörte in meiner Kindheit sehr viel Cat Stevens, und daran erinnere ich mich gut. Dass allerdings beim bloßen Lesen von Songtiteln ein derartig hartnäckiges Synapsen-Autoplay loslegt, überraschte dann doch.

Und ich frage mich: Wissen Eltern eigentlich, wie sehr sie mit ihrer Musikauswahl der Kindheit auch einen Soundtrack geben?

Naja: vermutlich machen Eltern sich darüber kaum Gedanken. Warum auch? Sie hören eben die Musik, die ihnen gefällt – sie hören ja meist auch die Musik, die ihren Kindern gefällt (oder: von der sie meinen, dass sie ihren Kindern gefällt). Doch Kinderlieder vergehen. Sie hört Mensch in der Kindheit, wenn überhaupt. Später höchstens noch mal aus Spaß, Melancholie, Regression, oder mit den eigenen Kindern. Elternmusik kann uns aber auch in der Jugend und allem, was danach kommt, noch begegnen. Vielleicht auch als eigene Lieblingsmusik. Außerdem: die Eltern sind – egal, wie das Verhältnis ist oder sich entwickelt – in jedem Fall von großer emotionaler Bedeutung. In der Kindheit zumindest. Und so mag auch die Musik, mit der sie uns in unserer Kindheit umgeben, einen besonderen Eindruck auf uns hinterlassen. Mit meinem Cat Stevens Flashback jedenfalls blubberte allerlei Verschwommenes und Vages (und natürlich weitere Musiker_innen und Songs) von recht tief unten hoch und mitten in die Zeitungslektüre. Und damit: ein außerordentlich melancholisches Gefühl.

Melancholisch werden bei Kindheitserinnerungen, das klingt erstmal nicht ungewöhnlich. Aber es war nicht nur sentimentales Zurückschauen – die Erinnerung selbst war ja melancholisch. Und mir wurde dabei erstmals in vollem Maße bewusst, wie furchtbar wehmütig meine Kindheit klingt. Ein Schock! Folk, Gitarren, Liedermacher und Singer-Songwriter: allesamt angetreten, für immer in meinem Unterbewusstsein zu spuken und zu seufzen. Nein, ich glaube meiner Mutter war nicht klar, was sie tat, mit Hannes Wader, mit Milva und Cat Stevens. Mit „Liedern von Frieden und Freiheit“ über müde weiße Tauben und Militärdiktaturen. Liedern, die verlorene Freundschaften, tragische Liebe, die unerreichbar scheinende Freiheit oder – ja, genau – die verlorene Kindheit besingen. Von der Dreigroschenoper will ich gar nicht erst anfangen. Da tun sich Abgründe auf.

Ich kann nur sagen: vielleicht sollte der Jugendschutz darauf mal ein Auge haben. Andererseits: eine Freundin und ich stellten schon vor Jahren fest, dass ein Kindergedicht uns beiden bereits das Herz gebrochen hatte, lange bevor jemand anderes Gelegenheit dazu hatte. James Krüss hat uns einen unbeschwerten Blick auf die Liebe von vornerein versaut. Zugegeben, wir waren vorbereitet. Aber zu einem hohen Preis!

Ich bin noch unsicher: geht das nur mir so? Oder habt Ihr auch einen Kindheitssoundtrack? Hier jedenfalls ein paar Kostproben von meinem.

Zum Abschluss noch was Albernes, um das alles etwas ausgewogener zu machen. Ein Song, bei dem mir Urlaube einfallen – und den ich schon damals irgendwie total doof fand! Jedenfalls hat mich Angelo Branduardi, so fürchte ich, auf immer für italienische Popmusik (naja, Pop?) und weiße Männer mit Afrolook verdorben. Zum Glück gab es damals noch kein Youtube…

Kühn sein

Ängstlich achten sie darauf,
dass alle kühnen Pläne bleiben,
was sie bleiben sollen:
Folgenlos.

Hannes Wader: Folgenlos
(Nach Hamburg, 1989)

Ich mache auch gerade kühne Pläne. Ein Plan ist, dass sie nicht folgenlos bleiben. Meine Befürchtungen scheren sich darum nicht weiter. Also folge ich Hannes Waders Stimme in meine Kindheitsmelancholie, in der hat er einen festen Platz. Da geht mir das Lächeln besser von den Lippen – eine nicht uneffektive Waffe. Gegen Befürchtungen und auch sonst.